VERÄNDERUNG

Über Dinge, von denen wir einmal gesagt haben: „Nie.“

Gibt es Dinge in deinem Leben, von denen du früher überzeugt warst, dass du sie niemals tun würdest?

Und dann hast du sie doch getan.
Vielleicht ganz unerwartet. Vielleicht aus einer Situation heraus. Vielleicht, weil das Leben dich sanft – oder auch ziemlich deutlich – in eine neue Richtung geschoben hat.

Und irgendwann merkst du:
Ohne diesen Schritt wäre dein heutiges Leben gar nicht mehr denkbar.

Oder kennst du Sätze wie:
„Ich mache das immer so.“
„So bin ich eben.“

Und eines Tages stellst du fest, dass du etwas plötzlich anders machst. Nicht aus Zwang, sondern weil sich etwas in dir verändert hat.

Wenn das eigene Selbstbild zu eng wird

Ich habe mich zum Beispiel lange nicht als spirituellen Menschen gesehen.
Ich war überzeugt, eine Realistin zu sein.

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der vieles mit dem Verstand erklärt wurde. Dinge mussten logisch sein, nachvollziehbar, greifbar, beweisbar. Und ich war sicher, dass ich genauso funktioniere.

Mit den Jahren habe ich jedoch immer mehr Seiten an mir entdeckt, die ich vorher kaum wahrgenommen habe. Vielleicht waren sie schon immer da. Vielleicht habe ich sie einfach lange übersehen – oder unbewusst zur Seite geschoben, weil sie nicht so recht in die Welt passten, in der ich groß geworden bin und in der ich lebte.

Der Verstand liebt klare Linien.
Er möchte Kategorien, Stabilität und Ordnung.

Das Leben dagegen ist selten so eindeutig.
Es bewegt sich. Es verändert sich. Es bleibt selten genau so, wie wir es einmal festgelegt haben.

Wenn wir „nie“ sagen, schließen wir oft Türen, bevor wir überhaupt wissen, wohin sie führen könnten.

Und wenn wir „immer“ sagen, versuchen wir etwas festzuhalten, das sich vielleicht längst verändern möchte.

Warum Veränderung uns so schwerfällt

Warum tut sich unsere Gesellschaft so schwer mit Veränderung?

Warum halten wir so gerne am Ufer des Bekannten fest?
Warum erkennen wir so selten, dass Chaos immer wieder Teil unseres Lebens ist?

Vielleicht, weil Unsicherheit sich unangenehm anfühlt.
Dabei würden wir oft weniger leiden, wenn wir sie ab und zu zulassen und als Teil des Lebens akzeptieren könnten.

Wir wissen heute aus der Neurowissenschaft, dass sich unsere Milliarden Nervenzellen bis ins hohe Alter neu miteinander vernetzen können. Unser Gehirn ist lernfähig – ein Leben lang.

Und trotzdem hören oder sagen wir allzu oft Sätze wie:

„Ich kann das nicht.“
„Ich bin nicht der Typ dafür.“
„Dafür bin ich zu alt.“
„Andere sind begabter.“
„Ich will mich nicht blamieren.“

Diese Geschichten über uns selbst wiederholen wir so oft, dass unser Nervensystem sie irgendwann für Realität hält.

Dabei könnten wir sie auch anders formulieren:

„Ich kann das noch nicht.“
„Ich kann aus Fehlern lernen.“
„Herausforderungen lassen mich wachsen.“
„Jeder Fortschritt beginnt mit einem ersten Schritt.“
„Andere sind nicht meine Konkurrenz, sondern meine Inspiration.“
„Ich darf neugierig sein, statt perfekt.“
„Ich kann aus Fehlern lernen.“

Im Leben bleibt es wohl niemandem erspart, irgendwann alte Ufer loslassen zu müssen.

Die Frage ist nur:
Tun wir es widerwillig – als Opfer der Umstände?
Oder bewusst – weil wir bereit sind, die Grenzen unserer Möglichkeiten immer wieder zu erweitern?

Wie in der Natur

Wenn ich über Veränderung nachdenke, denke ich oft an einen Garten.

Damit etwas Neues wachsen kann, muss manchmal etwas zurückgeschnitten werden.
Alte Zweige, die keinen Raum mehr für Licht lassen.

Erst dann entsteht Platz für Luft, Bewegung und neues Wachstum.

Und genauso ist es auch bei uns.

Wenn wir uns verändern, verlieren wir nicht automatisch etwas von uns selbst.
Unsere Erfahrungen bleiben. Unsere Werte bleiben.

Wir werden nicht weniger.
Wir werden oft einfach nur klarer.

LUMA – It begins in you

Mini Übung:

Nimm dir einen Moment Zeit und denke an eine Veränderung in deinem Leben, die du selbst angestoßen hast. Vielleicht eine Entscheidung, die sich damals mutig angefühlt hat.

Stelle dir kurz drei Fragen:

  • Was hat dich damals dazu bewegt?

  • Was hat sich dadurch in deinem Leben verändert?

  • Was hast du dabei über dich selbst gelernt?

Manchmal erkennen wir erst im Rückblick, wie wichtig diese Schritte für unseren eigenen Weg waren.

Reflexionsfrage: Wo in deinem Leben hältst du noch an einem „So bin ich eben“ fest?

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